header2_5.jpg
header3_8.jpg
header_bottom.jpg
 
Wildeshausen (Hunteschule)

Projekt Baumschule
Projekt-Dokumentation - PDF 950 KB
Bericht der Lehrerin - PDF 4,2 MB


Bericht der Klassenlehrerin zum Projekt
Unsere Baumschule

Image
Die 10 Schülerinnen und Schüler Ueweils 5 Mädchen und 5 Jungen im Alter von 12 Jahren) der Klasse 6 besuchen z.T. schon seit mehreren Jahren die Hunteschule, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
In unserer Arbeit versuchen wir so oft wie möglich ganzheitliche Lernerfahrungen in den Mittelpunkt des Lernens zu stellen.
Im Zusammenhang mit Umwelterziehung sind mir der Abbau von Gleichgültigkeit, das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven im Bereich Umwelt und Umweltschutz sehr wichtig und werden im Unterricht immer wieder thematisiert.
So gehören "Waldeinsätze", Umwelterfahrungen jeglicher Art, sowie die Vermittlung eines Bewusstseins für Nachhaltigkeit zu meinem Unterrichtskonzept. Meine Schüler nehmen diese Ansätze und Angebote sehr positiv auf. Als ich der Klasse den Schulwettbewerb vorstellte, waren alle Sch. sofort entschlossen, teilzunehmen.
Etwa zeitgleich erhielten wir eine Anfrage, ob die Möglichkeit besteht, auf dem Schulgelände für einige Jahre junge Kiefern aufzuziehen. Diese sollten aus einem Privatwald geholt und für einige Jahre vor Wildfrass geschützt, aufgezogen werden. So war die Projektidee geboren, auf dem Schulgelände eine Baumschule einzurichten. Das Gartenstück für die Baumschule wurde gefunden, umgegraben und auch der Termin für den Waldeinsatz stand schnell fest.
Im Unterricht gingen wir zunächst nach der Methode des Mind-mapping vor, sammelten Ideen der Sch. und versuchten sie zu Interessensschwerpunkten zusammenzufassen.
Grob gefasst ergaben sich daraus zunächst folgende Arbeitsbereiche:
- Wissen rund um den Baum
- Welche Wälder gibt es und warum sind sie eigentlich so wichtig für uns?
- Alle reden von Bäumen als Sauerstoffproduzent- warum?
- Wald und Papier


Bewusst habe ich die Projektplanung recht offen gehalten, um den Sch. einen größtmöglichen Freiraum für eigene Ideen zu lassen. In der Regel sind wir so vorgegangen, das wir Arbeitsbereiche entwickelten und die Schüler sich einer Gruppe zuordnen konnten, in der sie arbeiteten. Regelmäßig fand ein Stuhlkreis statt, in dem die Gruppen einander ihre Arbeitsergebnisse vorstellen konnten.
Meist entstanden an dieser Stelle neue Ideen oder Vorschläge für die Weiterarbeit. Meine Aufgabe bei diesem Projekt sehe/sah ich in erster Linie darin, die Ideen der Schüler aufzugreifen, sie mit weiteren Anregungen und Materialien zu versehen, und sie bei der Weiterarbeit, der Umsetzung ihrer Ideen und der Durchführung zu unterstützen.
Während der Arbeit war ich immer wieder erstaunt, welchen "Ideenreichtum" die Sch. in das Projekt einbrachten und mit welchem Eifer und welcher Ausdauer sie arbeiteten. Viele dieser Ideen können und werden auch nach Ablauf des Projekts weitergeführt werden.
Für die Darstellung des Projektverlaufs habe ich die Tabellenform gewählt, das Thema benannt und wenn nötig, einen Kommentar dazu geschrieben.
Natürlich sind die Themen nicht so genau voneinander getrennt bearbeitet worden wie es sich in der Tabelle darstellt, sondern griffen ineinander und wurden parallel zueinander bearbeitet. Teilweise arbeiteten die schüler in Gruppen auch räumlich getrennt voneinander an völlig unterschiedlichen Themen. Der Projektverlauf erscheint in der Folge zweimal in unterschiedlicher Ausführung. Die zweite Variante beinhaltet zu jedem Themenbereich einige Fotos und einen Hinweis, wo weitere Arbeitsergebnisse zu finden sind. (Siehe PDF)
Vieles was die Schüler im Laufe der vergangenen Wochen in diesem Projekt geleistet haben, ist für Außenstehende. vielleicht nichts Besonderes, aus sonderpädagogischer Sicht kann die Arbeit am jedoch nicht hoch genug bewertet werden. Jeder einzelne Schüler hat sich mit all seinen Ideen, seinem Arbeitseifer und seinen Fähigkeiten in die Arbeit eingebracht.
Während keiner Phase des Projekts gab es Auseinandersetzungen oder Streit, Ideen wurden diskutiert und mit mehrheitlichem Beschluss gemeinsam umgesetzt. Von besonderer Bedeutung ist meiner Meinung nach das besonders große Maß an Ausdauer, denn es istfür unsere Sch. oftmals sehr schwierig, über einen so langen Zeitraum hinweg an einer Sache zu arbeiten.
Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass alle Sch. versuchten, ihre Arbeit zu verschriftlichen. Hier stehen sie oft vor riesigen Schwierigkeiten und geben in der Regel sehr schnell auf, wenn es nicht gelingt, Gedanken zu formulieren. Mit Unterstützung sind auf diese Weise mehrere kurze Texte entstanden, die die Arbeit der Schüler anschaulich dokumentieren. Unterstützt wird die Arbeit am Projekt durch Zeichnungen, Fotos Bastelarbeiten und Plakate. (Siehe PDF)
Auch inhaltlich haben die Sch. sehr viel aus diesem Projekt mitgenommen. Zwar sind sie nicht immer in der Lage ihr Wissen genau zu formulieren, aber in den vergangenen
Wochen habe ich immer wieder beobachten können, dass ihnen globale Zusammenhänge klar wurden, der Blick sich extrem erweiterte und Nachhaltigkeit ein Begriff ist den sie füllen können.
So hat es mich auch in meiner Arbeit sehr bestärkt, dass von den Schüler selbst der Wunsch kam, das erwirtschaftete Geld an ein Aufforstungsprojekt in Ghana zu schicken.