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Duderstadt (St. Ursula Schule)

2. Planung des Projektes

>> 2.1 Rahmenbedingungen für das Projektthema und Bezug zu BNE

Zur Vorbereitung auf das Projekt nahmen die Lehrer Sarah Marschall und Matthias Heller an einer Schulung im RUZ Reinhausen teil. In mehreren Treffen innerhalb der Schule einigten sich die beteiligten Kolleginnen  und Kollegen auf das  Thema "Jagd", da es unterschiedliche Berührungspunkte zu den Lehrplänen der fünften Klasse bietet, von den Schülerinnen und Schülern mit großem Interesse aufgenommen wurde und die Einbindung externer Kooperationspartner möglich erschien. Jagd selbst muss nachhaltig betrieben werden, um sie dauerhaft zu betreiben und berührt damit zentral die Dimension der Ökologie. Jagd ist ein sehr altes Handwerk des Menschen. Die Motivationen zur Jagd haben sich innerhalb der Menschheitsgeschichte gewandelt. Hier wird die sozio-kulturelle Bedeutung der Jagd beleuchtet und erfahrbar gemacht. Die ökonomische Bedeutung des Themas Jagd wird beispielsweise aufgegriffen durch die Notwendigkeit von Jagd zum Waldschutz aus Sicht eines Landnutzers, nämlich des Försters. Um die Schüler der fünften Klassen nicht zu überfordern, sollen diese Dimensionen der Nachhaltigkeit ungeachtet zahlreicher anderer ökologischer, sozio-kultureller und ökonomischer Aspekte des Themas im Vordergrund stehen. Das Thema bietet reichhaltige Möglichkeiten der Vernetzung schon behandelter unterrichtlicher Inhalte. Material und Methoden sind fächerübergreifend ausgelegt. Hier soll nur ein Ausschnitt der Berührungspunkte verschiedener Fachbereiche gegeben werden:
Biologie – Das Reh in seiner Umwelt; Religion – Schöpfung und Umwelt; Chemie – Feuer machen nur mit einem Streichholz; Sport – Bogenschießen, verschiedene Geschicklichkeitsspiele; Kunst – kreatives Gestalten nach LandArt, Zeichentechniken mit Kreide,; Deutsch – Standbilder herstellen ,benutzen von Morsesprachen und Übersetzen, Steckbriefe und Tagebucheinträge formulieren; Geschichte, die Steinzeit.
Unabhängig vom Thema hat das Projekt große Bedeutung für die Entwicklung und Reifung des Sozialverhaltens der Klassen. Die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und der rücksichtsvolle Umgang miteinander werden in zahlreichen gruppenorientierten Aktivitäten gefördert. Der Reiz, zahlreiche Aktivitäten außerhalb des gewöhnlichen Schulumfeldes zu erleben, führt zu größerer Offenheit und behutsamerem Umgang miteinander. Die gemeinsamen Erlebnisse während der Projektwoche wirken nachhaltig positiv auf das Lern- und Klassenklima.

>>2.2 Einbindung der Schüler - allgemeine Entwicklungssituation und Lernverhalten  der Schülerinnen und Schüler der fünften Hauptschulklassen in Bezug zu BNE-Kompetenzen

Entwicklungspsychologisch befinden sich die Jungen noch in der Vorpubertät, die Mädchen im Übergang von der Vorpubertät zu Pubertät. In dieser Altersphase wird die Umwelt vor allem erlebt und wenig reflektiert. Das Spielen gehört noch zu einem wesentlichen Teil der Lebensgestaltung. Daher wurde von Seiten der Lehrer für das Projekt ein klar erlebnisorientierter, spielerischer  Rahmen gesetzt, indem die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Erfahrungen von sich in anderen Kontexten sammeln können. Diese Erfahrungen, verankert als Erlebnisse im Gedächtnis, können im späteren Verlauf der Jugend ein reichhaltiger Fundus zur  Reflexion der eigenen Persönlichkeit sein und werden dann noch einmal in ihrer Nachhaltigkeit wirksam. Eine altersgemäße Reflexion des Erlebten beschränkte sich daher eher auf Fragen wie: "Wie hat euch das gefallen? Was hat euch gestört? Worauf kommt es an, damit eine solche Aktivität gelingt?"
Hauptschüler im Speziellen weisen zu dem einige typische Merkmale auf, die bei der Durchführung eines solchen Projektes von Bedeutung sind. Im Durchschnitt haben Hauptschüler eine geringere Konzentrationsfähigkeit als Schüler anderer Schulformen. Das bezieht sich sowohl auf die punktuelle Aufmerksamkeit als auch auf die Dauer einer Aktion. Dauert eine Aktivität zu lange , so verlieren sie schnell die Lust an der Aufgabe  Daher lässt sich insbesondere das selbstständige Planen und Organisieren einzelner Module der Projektwoche nur in einem sehr engen Rahmen verwirklichen, der dafür sorgt, das der Spannungsbogen durch zuviel Abwägen verschiedener Aktivitäten  nicht verloren geht. Eine sehr offene Entwicklung des Projektes steht diametral entgegen den pädagogisch anerkannten Grundsätzen, dass gerade Kinder mit hohen Aufmerksamkeitsdefiziten klare Rahmen und Grenzen brauchen, um sich in ihrer Rolle sicher zu fühlen. Rahmen und Grenzen beziehen sich dabei auch auf die Lernsituationen.
Außerdem fehlt den Schülern ein Wissenshintergrund, auf dem sie für das Projekt vernünftige Entscheidungen treffen können. Zwar ist auch eine falsche Entscheidung ein Lernzuwachs, führt aber in der Alterstufe der 5. Klassen,  -gerade an der Hauptschule -, zu Frustration und anschließendem Desinteresse ("Wieder was, was ich nicht kann…")
Wir haben uns daher entschieden, der Projektwoche nach einem einführenden Brainstorming einen klaren Rahmen zu geben, der sich an den Ideen der Schüler, aber auch unseren eigen Möglichkeiten orientiert. Dabei muss ein Teil der BNE-Kompetenzen, wie selbstständiges Planen und Organisieren oder selbstorganisiertes Lernen kürzer treten. Trotzdem glauben wir, auch diese Kompetenzen auf angemessenem Niveau gefördert zu haben.

Nachdem sich die beteiligten Lehrer auf das Thema geeinigt hatten, wurde in beiden Klassen ein Brainstorming zum Thema Jagd durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler konnten so ihr schon vorhandenes Wissen zum Thema aktivieren und neue Aspekte benennen.  Daraus ergab sich als Bild, in der Waldwoche zum einen das Thema Jagd für die Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen und sie mit Grundtechniken der Jagd vertraut zu machen, auf der anderen Seite aber auch die Entwicklung der Jagd aus der Steinzeit heraus nachzuvollziehen.  Aus Sicht der Lehrer ergab sich als weiteres Ziel, auf der einen Seite vorhandenes Wissen zu festigen, unbedingt aber auch neue Aspekte von Jagd, insbesondere zeitgenössischer Jagd im Projekt aufzugreifen.
Vornehmlich schüleraktivierende Lernmodule sollen den Schülern Lernen durch ein hohes Maß an Eigeninitiative und selbstgemachte Erfahrungen ermöglichen.