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Wiesmoor (KGS)

Hintergrund zur Wettbewerbsteilnahme
Die Anmeldung zum landesweiten Projekt-Wettbewerb: Wald- Ideen- Reichtum an Niedersachsens Schulen erfolgte auf die Frage an meinen Wahlpflichtkurs: Naturschutz am 04.03.2008, ob er an dem Schulwettbewerb: "Wald- Ideen- Reichtum" teilnehmen möchte. Dieser Kurs besteht aus zehn Schülern und zwei Schülerinnen aus drei unterschiedlichen achten Gymnasialklassen. Er findet einmal in der Woche doppelstündig am Dienstag von 14 bis 15.30 Uhr als Nachmittagsprogramm statt.

Die meisten Schüler (10) sprechen sich für den Wettbewerb aus. Als Hausaufgabe sollen die SchülerInnen sich Themen für den Wettbewerb überlegen. Ich mache ihnen klar, dass dies eine verpflichtende Anmeldung ist, die sie als Gruppe unbedingt einhalten müssen. Obwohl ich eher Schwierigkeiten für mich vermute, da die Projektdauer mitten in die Abiturprüfungen fällt und dies eine Doppelbelastung für mich darstellt.
Am darauffolgenden Dienstag (01.04.2008) haben die Schüler folgende Themenvorschläge: Insektenhotel, Waldameisen, Futterstellen, verschiedene Wälder, Wald hören, Baumstammmodell, Welche Tiere befinden sich im Wald (Info-Karte), Spiele im Wald und Dokumentation des Projekttages "Tag des Baumes" der Klasse 7G3, ohne sich auf ein bestimmtes Thema zu einigen.

Der Unterricht fällt am 08.04.2008 aufgrund der Fortbildung für die Lehrer im RUZ Hollen, Ganderkesee aus. Die SchülerInnen sollen sich in der Zeit schon überlegen, welches Projekt sie weiterverfolgen möchten. Ihnen wird die Wahl des Themas überlassen, sie können somit selbst Entscheidungen treffen, die sie dazu motivieren sollen engagiert an das Projekt heranzugehen.
Da ich als Lehrkraft zuvor nicht auf die Nachhaltigkeit in Bezug auf das Thema Wald eingegangen bin, sprechen wir über deren Vorstellungen zum Thema Nachhaltigkeit. Einige Schüler haben die Vermutung, dass es "mit der Umwelt zu tun" hat. Zur näheren Klärung des Begriffes recherchiert die WPK- Gruppe selbständig im Internet des schuleigenen Computerraumes. Viele geben die Stichwörter: Nachhaltigkeit und Wald ein. Es wird die wirtschaftliche Nutzung des Waldes deutlich, ohne den Wald zu schädigen, da immer wieder aufgeforstet wird.

Die einzelnen Zuordnungen der Schüler in Gruppen erfolgt am 22.04.2008. Es werden die Gruppen: Insektenhotel (5 Schüler), Baumpflanzaktion (4 Schüler) und Baumstamm- Modell (3 Schüler) gewählt. Durch die eigene Wahl des Projektes der Schüler verspreche ich mir mehr Motivation zur Eigeninitiative der SchülerInnen.
Das Insektenhotel wollen die Schüler dem Kindergarten des Hopelser Waldes zur Verfügung stellen, damit die Kinder dort direkt ein Anschauungsobjekt haben und dadurch lernen und die Insekten beobachten können.

Die Schüler, die sich für das Baumstamm- Modell entschieden haben,  wollen einen Baumstamm ansägen und an ihm den Lebensraum Baum verdeutlichen. Bei ihnen besteht zunächst die Schwierigkeit einen passenden Baumstamm zu finden.  Sie einigen sich später auf einen Birkenholzklotz. Dieser soll in einem Schaukasten den anderen Schülern in der Schule zugänglich gemacht werden.

Die Baumpflanzaktion wird von der 7. Klasse des Kollegen Straatmann durchgeführt. Sie pflanzen am Tag des Baumes (25.05.2008) auf einer Wiese in der Nähe der Schule 25 Apfelbäume. Meine vier WPK– Schüler dürfen an diesem Schultag mit dabei sein und den Vorgang und das Anliegen dieses Projektes dokumentieren. Außerdem versuchen die Schüler der 7. Klasse während des Pflanzenmarktes, der am 10. und 11. Mai 2008 in Wiesmoor stattfindet, mehr Geld durch eine Tombola aufzubringen um noch mehr Apfelbäume zu pflanzen. Zum Wiesmoorer Stadtfest am 29.06.2008 wird es Lose zu kaufen geben, die von Wiesmoorer Firmen gestiftet werden, deren Erlös in das Wald- Pflanz-Projekt fließen wird. Mit einem möglichen Gewinn möchten wir die Schulklasse 7G3 unserer Schule von Herrn Straatmann unterstützen, weitere Bäume für das Projekt "Planet fort the Planet" zu kaufen.  Die Stadt stellt eine 6 ha Fläche zur Verfügung auf der dann im Herbst ein Schülerwald gepflanzt werden soll. Mit weiteren Spenden können auch noch Flächen hinzugekauft werden.

Eine Führung im Hopelser Wald durch den Förster Hartmut Krause aus Neuenburg, der für die Waldinformation und Umweltbildung zuständig ist, findet am 29.04.2008 statt. Da eine Busfahrt zum Neuenburger Urwald zu teuer für meine Schüler ist, bitte ich Förster Krause in den Hopelser Wald zu kommen. Auf ein späteres Angebot von Herrn Grotelüschen, zur Finanzierung einer Fahrt, kann ich aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr eingehen, aber vielleicht könnte Herr Krause eine Aufwandsentschädigung von Ihnen erhalten.
Die meisten Schüler schaffen es mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen, selbst die Schüler aus Zwischenbergen, dieser Ort liegt zwölf Kilometer entfernt, kommen mit dem Fahrrad. Zwei Schüler schaffen es nicht sich ein Fahrrad auszuleihen und müssen in der Schule in der Lernwerkstatt betreut werden. Förster Krause erzählt uns, dass auch der Hopelser Wald mit seinen 600 ha der Nachhaltigkeit dient. Er ist Erholungsgebiet für die Menschen und Lebensraum für die Tiere. Es werden Bäume gefällt, die dann verwertet werden, aber es wird auch darauf geachtet, dass immer wieder neue Bäume angepflanzt werden. So wird der Wald immer wieder aufgeforstet und auf die Nachhaltigkeit für kommende Generationen geachtet.

In der darauffolgenden Doppelstunde (06.05.2008) berichten die Schüler über ihre Erkenntnisse durch Herrn Krause im Hopelser Wald: "Er hat uns erklärt, dass unter den Eichen Hainbuchen gepflanzt  werden, damit die Eichen keine Äste bekommen. Die Eichen sollen keine Äste bekommen, da sie später zu Holzbrettern verarbeitet werden. Die Bretter werden später zu Möbeln verarbeitet oder für ein Fachwerk verwendet."

Der Stand der einzelnen Projekte wird von den Schülern vorgetragen. Die Gruppe "Insektenhotel" hat noch nicht genügend Materialien zur Verfügung. Sie haben sich zwar genügend Informationen aus dem Internet besorgt, können aber noch nicht wirklich handeln. Die Gruppe Baumstamm-Modell hat den Werklehrer gefragt, der zu dieser Zeit im Werkraum unterrichtet, ob sie dort einige Sägearbeiten vornehmen können. Dies wird ihnen erlaubt und sie sägen zunächst eine Kerbe in den Baumstamm,  damit dort auch ein Einblick gegeben werden kann. An einem späteren Zeitpunkt machen sie Bohrungen und sägen noch kleinere Stäbe an um Halterungen für die Infotafeln zu schaffen. Dies machen sie völlig selbständig auch die Entscheidung für bestimmte Informationen der Tafeln wird selbständig mit Unterstützung des Internets getroffen.
Die Schüler, die sich mit der Baumpflanzaktion beschäftigen, informieren sich zunächst über den Tag des Baumes. Sie bereiten sich auf den Tag vor und besorgen sich eine Kamera um den Tag bildlich festzuhalten. Das Wald - Ideen – Reichtum – Projekt wird von dem Fachbereich Biologie zum Anlass genommen um langfristig eine Kamera zu beschaffen. 
Der 13.05.2008 entfällt, da Pfingstferien sind.
Am 20.05.2008 arbeiten die Schüler an den einzelnen Projekten. Die Gruppe des Insektenhotels hat immer noch Probleme an Material zu kommen. Leider kann ich auch nicht viel dazu beitragen und rate ihnen den Werklehrer anzusprechen, der ihnen letztendlich auch weiterhelfen kann.
Die Begehung des Wiesmoorer Stadtwaldes mit dem Ameisenschutzwart Gerold Müller, der sich für langfristige ökologische Entwicklung einsetzt, findet am 27.05.2008 statt. Er zeigt dem Kurs unterschiedliche Bäume und imitiert einige Vogelarten und Säugetiere, welches zur Belustigung der Gruppe beiträgt. Besonders beschäftigt er sich mit Ameisen. Fünf Völker hat er in dem 8 ha großen Gebiet angesiedelt. Einen großen Ameisenhügel mit Kahlrückigen Waldameisen (formica bolectica) zeigt er uns. Erstaunen wird von ihm durch bloßes Hineingreifen in den Hügel verursacht.

Krankheitshalber fällt der Unterricht am 03.06.2008 aus. Leider bin ich von meinen SchülerInnen etwas enttäuscht, da sie in dieser Zeit nicht an ihrem Projekt weiter gearbeitet haben.
Am 10.06.2008 ist der letzte Termin für das Projekt und die Gruppe "Insektenhotel" ist noch nicht fertig. Sie bringen die gesamte Doppelstunde im Werkraum zu um ihr "Hotel" fertig zu stellen. Dabei helfen sogar motivierte Schüler, die gar nicht in der Naturschutzgruppe sind, sondern einfach nur Lust am Sägen und am Schrauben haben. Allerdings wird das Insektenhotel erst ein paar Tage später von einzelnen Personen an seinen Bestimmungsort gebracht, da ich nur einen Smart zur Verfügung habe. Eine Mutter hilft in diesem Fall mit ihrem Auto aus und fährt mit den Mädchen zum Waldkindergarten. Leider ist zu diesem Zeitpunkt kein Kindergartenkind mehr dort. Aber ein erster möglicher Bewohner (eine Motte), hat sich schon während der Einrichtungsphase umgesehen. Es bleibt also spannend für die Kindergartenkinder und uns, welche Insekten sich noch einfinden werden.
Die Schüler, die den Holzklotz bearbeitet haben, werden auch am letzten Tag fertig. Sie müssen nur die Bilder laminieren und ordentlich anbringen. Das Aufstellen im Schaukasten muss zunächst noch geprüft werden, weil einige Lehrer meinten das Gewicht des Modells könnte zum Zusammenbruch des Schaukastens führen.
Die Baumpflanzdokumentation wird von den jeweiligen Schülern frühzeitig abgeschlossen, so dass sie den anderen Gruppen helfen können.
Durch dieses selbstorganisierte Lernen der Schüler bin ich zum Teil positiv überrascht. Die Gruppe mit dem Baumstamm- Modell hat sich alleine bemüht und es auch geschafft ein ordentliches Ergebnis vorzulegen. Die Baumpflanzgruppe hat sich eigenständig bei den unterrichtenden Lehrern und Lehrerinnen nach einer Freistunde erkundigt und sich so einen Freiraum zur Dokumentation geschaffen. Unterstützung hat die Insektenhotelgruppe gebraucht, da sie Schwierigkeiten gehabt hat an Material zu kommen.

An unserer Schule werden "Eine Welt-Themen" besonders gefördert. Es haben sich eine Fairer Handel Projekt- Gruppe als Schülerfirma und eine Abdii Borii AG gebildet. Eine Schulgruppe bietet einen besonderen Service, es stehen gesunde Ernährung und Verpflegung auf dem Programm. Diese Schulgruppe kocht für Firmen oder Privatleute gegen entsprechende Bezahlung.