| Göttingen (Freie Waldorfschule) |
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Seite 1 von 5 Der Baum, der Wald und der Mensch Projekt-Präsentation durch die Projektbetreuer: Projekt-Idee und Kurzbeschreibung ![]() In dieser dreiwöchigen Epoche standen täglich zwei, mitunter auch drei oder vier Unterrichtsstunden, die sechs mal zu einer Kurzexkursion in den Wald genutzt wurden, sowie ein ganzer Exkursionstag für das Thema zur Verfügung. Für schützenswert hält man nur das, was man kennt, schätzt und liebt. Kinder kennen den Wald heute oft nur wenig. Bevor sie also einen Begriff vom nachhaltigen Umgang mit dem Wald - und davon ausgehend auch mit anderen natürlichen Ressourcen - entwickeln können, müssen sie den Wald erst einmal kennen lernen und sich damit empathisch verbinden. Ausgangspunkt unserer Betrachtungen war eine große Altbuche, die im Wald oberhalb der Schule zu Fuß gut erreichbar war. Sie wurde in dieser ersten Phase des Projektes genau beobachtet, beschrieben und vermessen und ihr Lebensweg von der Blüte über Buchecker, Keimling, Jungwuchs, Dickung, Stangenholz und Baumholz bis zum Altbestand anhand von Beständen in der nächsten Umgebung verfolgt. Außerdem wurde beobachtet, welche anderen Bäume und Baumarten, aber auch welche Tiere im Umfeld dieses Baumes leben und wie sie aufeinander einwirken. Die SchülerInnen befassten sich in der zweiten Projektphase mit den Ansprüchen der Menschen an den Wald im Geburtsjahr "unserer" Altbuche, insbesondere mit holzverbrauchenden Handwerken und der Landwirtschaft vor ca 130 Jahren, denn die Geschichte des Waldes und seiner Nutzung kann uns wichtige Gesichtspunkte für die Nutzung natürlicher Ressourcen in der Zukunft aufzeigen. Die SchülerInnen erarbeiteten eine Reihe von kleinen Rollenspiel-Szenen, deren Dialoge und Handlung das Handwerk und seine Holznutzung darstellten und führten diese vor historischer Kulisse im Hutewald im Reinhardswald auf. Aus den vielfältigen Ansprüchen an den Wald vor 130 Jahren, besonders unter Berücksichtigung der überregionalen Nachfrage und dem Handel mit Holz, wurde den Schülern das Verteilungsproblem und die Gefahr der Übernutzung deutlich. Die Frage der Nachhaltigkeit entstand. In den folgenden Diskussionen dieser dritten Projektphase erarbeiteten sich die Kinder die Erkenntnis, dass die Verlagerung von Holz auf Kohle und später von Kohle auf Erdöl zwar den Wald gerettet, aber das Problem an sich nicht gelöst hat, da eine nachhaltige Energieversorgung nicht mit fossilen Energieträgern, sondern nur mit regenerativen Energien möglich ist – und auch dann nur, wenn das Potenzial zur Energie-Einsparung genutzt wird. Das Projekt schloss ab mit einem Test im Wald, bei dem Aufgaben an 5 Stationen gelöst werden mussten. Die SchülerInnen schenkten Frau Ulrich als Dank jede(r) ein Blatt mit der Beschreibung dessen, was sie in der Epoche am meisten zum Staunen gebracht hatte. Zitat: "Mich haben zwei Dinge ganz besonders erstaunt. Zum einen die ungeheure Kraft, die in jedem Baum steckt. Zum anderen die 'Blindheit', mit der wir meistens, anfangs zumindest ich, durch den Wald gegangen sind. Man muss sich wirklich konzentrieren, um alles zu entdecken." |





