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Rodenberg (Stadtschule)

3. Selbstbewertung der Projektbausteine  
 
Mit den von unseren Schülerinnen und Schülern entwickelten Projektbausteinen,  
 
a) dem waldbezogenen, breit angelegten Bildungsangebot für nachfolgende Schuljahrgänge in Form der "Waldentdeckerkiste" und der "Deisterrunde" sowie  
b) dem Wiederaufforstungsvorhaben zur Begründung eines "Schulwaldes" im stadtnahen Bürgerpark von Rodenberg,
 
sind zentrale Nachhaltigkeitsproblemfelder von einer längerfristigen lokalen aber durchaus auch globalen Bedeutung angesprochen, die für sie unmittelbar erfahrbar geworden sind bzw. werden.
Die ideale Verknüpfung dieser beiden Waldprojekte ermöglicht es unserer Schule auch zukünftig,
- auf der erforderlichen Grundlage von breitem, differenziertem und vor allem interdisziplinärem Wissen - handlungsorientiert mit den Schülerinnen und Schülern zur Themenstellung Wald und
Nachhaltige Entwicklung weiter arbeiten zu können. Hierbei fließen sehr unterschiedliche Unterrichtsinhalte - wie etwa naturwissenschaftliche, erdkundliche, historische aber auch ästhetische
Aspekte - mit ein.  
 
Vor allem der "Schulwald" eröffnet uns als Schule auf kommunaler Ebene gute Möglichkeiten, Einblicke in waldrelevante Entscheidungs- und Verwaltungsabläufe zu erhalten und durch die
konkrete Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen eigene Partizipationsmöglichkeiten kennen zu lernen. Sind Aspekte der ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Nachhaltigkeits-Dimension bereits in den Stationsangeboten zur "Deisterrunde" unmittelbar von den Schülerinnen und Schülern aufgegriffen und eingearbeitet worden, so sind sie auch im Schulwaldprojekt gleichermaßen enthalten, werden zukünftig jedoch variieren und in den kommenden Jahren noch eine stärkere Ausprägung erlangen – wie etwa bei Fragen des Klimaschutzes, der Holzernte oder der Naherholung.
Beide Projektbausteine werden vom unmittelbaren Interesse der Schülerinnen und Schüler getragen, die in Kleingruppen für die jeweilige Ausgestaltung der Projektinhalte selbst verantwortlich sind. Bemerkenswert erscheint, dass beide Projekte auch zukünftigen Schülergenerationen die Möglichkeit eröffnen, nicht nur das bereits Vorhandene auszuprobieren und zu nutzen, sondern durchaus aufgefordert sind, eigene Ideen mit einzubringen und die Projekte ihrem Interesse folgend zu verändern und weiter zu entwickeln. Am "Schulwald" wird dies einmal mehr besonders deutlich: Stehen für das kommende Schuljahr vor allem planerische Aspekte und die konkrete Wiederaufforstung im Vordergrund, werden sich die Schwerpunkte der Untersuchungen und Arbeiten späterer Schülerjahrgänge auch auf Kulturpflegearbeiten, Unterstützung der Naturverjüngung, Nachbesserungen, Durchforstungen oder gar die Holzernte verlagern.  

Nahezu zwangsläufig werden wir für beide Projektbausteine gesprochen auf die Kooperation mit unseren außerschulischen Partnern angewiesen sein; sei es in Form der überaus interessanten, kulturhistorischen Exkursionen mit dem Waldexperten Schaake oder der naturschutzrelevanten Informationen der Ameisenschutzwarte für den Bereich der "Deisterrunde", wie aber auch der Zusammenarbeit mit der zuständigen Forstverwaltung, der Gemeinde Rodenberg und dem Rodenberger Fremdenverkehrsverein beim "Schulwald".
 
Dass Schülerinnen und Schüler sich selbst Gedanken machen, wie sie bei nachfolgenden Schülergenerationen durch entsprechend aufbereitete Stationsangebote Interesse wecken und Lust auf die Themenstellung Wald machen können und durch diese handlungsorientierte Herangehensweise zugleich den Unterricht an unserer Schule nachhaltig verändern können, ist besonders hervorzuheben. Wenn diese Ansätze weiter fortgeführt werden und ausreifen, werden sich für den jahrgangsbezogenen Unterricht hinsichtlich dieser Themenstellung ganz neue Möglichkeiten ergeben, fächerübergreifend, projekt- und handlungsorientiert zu arbeiten.  
 
Das erworbene Wissen in andere Kontexte zu übertragen dürfte nicht schwer fallen: Im sechsten und achten Schuljahrgang wird die Rodenberger Aue als Ökosystem thematisiert und die Umwelt-AG der Schule ist derzeit mit der Erstellung eines Naturkundeführers beschäftigt - um an dieser Stelle nur einige, bereits konkrete Beispiele zu benennen.  
 
Dass Schule und die Auseinandersetzung mit der Themenstellung nicht Selbstzweck sind, sondern der Befähigung unserer Schülerinnen und Schüler im Sinne der erforderlichen Gestaltungskompetenz dienen, lässt sich durch einen Blick auf die während der Durchführung geförderten Kompetenzen verdeutlichen: Zu den für unsere beiden Projektbausteine wesentlichen Teilkompetenzen gehören demnach v.a. das gemeinsam abgestimmte Vorgehen beim Planen und der Konkretisierung, das erforderliche interdisziplinäre Denken und Arbeiten, die doppelte Motivation, selbst aktiv werden zu können, sowie das Erkennen und Partizipieren an Entscheidungsprozessen und dabei vorausschauend denken und handeln zu können.